Super Anxious Custiodians of Disaster
Im September kommen vier Künstler*innen für zehn Tage in Basel zusammen, um gemeinsam eine Ausstellung aufzubauen. Sie bringen ihre Arbeiten und künstlerischen Praktiken miteinander in Kontakt und lassen sie gegenseitig kontaminieren. Ihre gemeinsamen Sorgen reichen von konsumistischer Überproduktion und der Wegwerfmentalität bis hin zum Zerfall von Demokratien und der Gefahr eines systemischen Kollaps. Sie reagieren darauf, indem sie etwas “machen”: spielerisch, angstvoll, beharrlich und gemeinsam.
Nina Rodin, Irmak Canevi, Zeynep Deniz Çalışkan und Kerem Ozan Bayraktar werden zehn Tage zusammen im Ausstellungsraum in Basel arbeiten. Ihre bestehenden Arbeiten dürfen gegenseitig interagieren. Ideen, Materialien und Prozesse greifen ineinander, sammeln sich an und bringen Neues hervor. Ausgangspunkt ist ein unbequemer Widerspruch: Sie sind fasziniert von den farbenfrohen, billigen und wegwerfbaren Dingen, die uns umgeben und tagtäglich ein Spiel mit Identitäten und Ästhetik ermöglichen. Gleichzeitig sind sie sich zutiefst bewusst, welche problematischen Produktions-, Konsum- und Entsorgungssysteme sie in der Regel hervorbringen. Angesichts des ökologischen und politischen Zusammenbruchs, der sich zurzeit abzeichnet, sind sie beunruhigt. Sie misstrauen aber auch der Vorstellung, Kunst könne sich einfach ausserhalb dieser Systeme positionieren, die sie kritisiert. Trotzdem “machen” sie weiter.
Plastik, Karton, Kleidung, Verpackungen, gefundene Gegenstände, Bilder und Materialien des Alltags werden gesammelt, verwandelt, wiederholt und spielerisch eingesetzt. Die Künstler*innen interessiert, was passiert, wenn diese Materialien zwischen verschiedenen Kontexten wechseln: vom Gebrauchsgegenstand zum Abfall und dann zum Kunstwerk, vom persönlichen Besitz zur geteilten Ressource, von der Feier ihrer Schönheit zum Beweis dessen, was zuvor war.






